Was weißt du über die Geschichte der Arbeitszeitverkürzung?

Arbeitszeitverkürzung war schon immer eine zentrale Forderung der Gewerkschaften. Kennst du die Geschichte dazu?

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Frage 1 von 7
Ab wann wurden die Stechuhren in Fabriken eingeführt?
  • 1879
  • 1902
  • 1847
  • 1918
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kam auch die Arbeitszeitmessung. Pünktlichkeit wurde zu einem maßgeblichen Erfolgsgaranten des Kapitalismus. Anfangs schrieben ArbeitgeberInnen am Fabriktor die Namen der eintreffenden ArbeiterInnen auf. Später erhielten Beschäftigte Nummern und mussten diese sie auf einem Brett aufhängen und schließlich sie ihre Arbeitszeit auf kleine Karten stempeln.
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Frage 1 von 7
In welchem Jahr forderten die Manufaktur-Arbeiterinnen die Einführung des Sechs-Stunden-Tages für Frauen?
  • 1912
  • 2001
  • 1870
  • 1928
Die Blumenarbeiterin Albertine Moseberg war eine der Gründerinnen der ersten Arbeiterinnenvereine im Jahr 1870. Diese forderten neben gleicher Bezahlung für Frauen und Männer auch das Ende der sexuellen Belästigung, Arbeitnehmerinnenschutzmaßnahmen und die Einführung des Sechs-Stunden-Tages für Frauen und des Zehn-Stunden-Tages für Männer. Damals gab es noch überhaupt keine gesetzlichen Arbeitszeitregelungen.
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Frage 1 von 7
Warum novellierte der Staat im Jahr 1885 die Gewerbeordnung und führte damit in Fabriken den Elf-Stunden-Tag und die Sechs-Tage-Woche ein?
  • Zu teure Überstunden
  • Zu wenige wehrfähige Männer
  • Zu viele Totgeburten
  • Zu viele Arbeitsunfälle
Der Staat und die Unternehmen wollten zu dieser Zeit von Arbeitszeitverkürzungen zunächst nichts hören. Allerdings änderte der Staat seine Haltung, als bekannt wurde, dass Arbeiter eine „geringere mittlere Lebensdauer als andere Stände“ hatten, dass die Zeichen des Alters früher eintraten und die „Abspannung der Kräfte (…) [der] überbeschäftigten Arbeiter“ dazu führte, dass immer weniger Männer wehrfähig waren. Von 1.000 „gemusterten“ Fabrikarbeitern in der österreichischen Reichshälfte waren 855 untauglich, im nordböhmischen Reichenberg waren es sogar 977. Als probates Gegenmittel sah der Staat die Herabsetzung der täglichen Arbeitszeit von bis zu 18 Stunden auf elf an – aber nur in Fabriken.
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Frage 1 von 7
Wann wurde der Acht-Stunden-Tag in Österreich erstmals gesetzlich verankert?
  • 1918
  • 1969
  • 1909
  • 1890
Am 1. Mai 1890 gingen erstmals weltweit Menschen auf die Straße, um für den Acht-Stunden-Tag zu demonstrieren. In Österreich dauerte es bis nach dem ersten Weltkrieg, bis auf Druck der Gewerkschaften das Achtstundentagsgesetz verabschiedet wurde.
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Frage 1 von 7
Im Jahr 1958 unterzeichneten die Sozialpartner den Generalkollektivvertrag, der ab 1959 1,6 Millionen ArbeitnehmerInnen die 45-Stundenwoche brachte. Die Sozialpartner appellierten an die ArbeitnehmerInnen in den drei Stunden zusätzlicher Freizeit keinesfalls
  • ins Wirtshaus zu gehen
  • im Pfusch zu arbeiten
  • Überstunden zu machen
  • Sport zu betreiben
Die Sozialpartner veröffentlichten im Februar 1959 eine gemeinsame Erklärung zum Generalkollektivvertrag. Der Arbeitszeitausfall soll durch gesteigerte Produktivität wettgemacht werden und sie machten die ArbeitnehmerInnen eindringlich darauf aufmerksam, die gewonnene Freizeit nicht für Pfuscherarbeiten zu verwenden.
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Frage 1 von 7
Wie gelang es im Jahr 1969 den Gewerkschaften und der SPÖ Druck auf die ÖVP-Alleinregierung zu erzeugen, um die 40-Stunden-Woche gesetzlich zu verankern?
  • Streik
  • Boykott
  • Volksbegehren
  • Demonstrationen
Im Jahr 1969 war nicht sicher, ob die 48-Stunden-Woche aus der Ersten Republik galt. Der Verfassungsgerichtshof sagte nein, der Verwaltungsgerichtshof sagte ja. Denn das Acht-Stunden-Tags-Gesetz von 1918/19 war 1938 durch die nationalsozialistische Arbeitszeitverordnung ersetzt worden. Schon nach Kriegsende hatte es Gesetzes- und Ministerialentwürfe zur Einführung der 40-Stunden-Woche gegeben. Aber sie waren alle abgelehnt worden. Während der ÖVP-Alleinregierung (1966-1970) startete die SPÖ mit kräftiger Unterstützung der Gewerkschaften das Volksbegehren zur schrittweisen Einführung der 40-Stunden-Woche. Fast 890.000 Menschen unterschrieben und im Dezember 1969 wurde das Arbeitszeitgesetz verabschiedet. Ab 1. Jänner 1970 galt die 43-Stunden-Woche, ab 1972 die 42-Stunden-Woche und ab 1975 die 40-Stunden-Woche – bei vollem Lohnausgleich.
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Frage 1 von 7
Gegen was demonstrierten rund 100.000 Menschen am 30. Juni 2018?
  • Zwölf-Stunden-Tag
  • Pensionskürzungen
  • Steuererhöhungen
  • Umweltverschmutzung
Die schwarz-blaue Regierung beschloss trotz massiver Proteste des ÖGB, rund 2.000 Betriebsversammlungen und einer Großdemonstration mit rund 100.000 TeilnehmerInnen die Novellierung des Arbeitszeitgesetzes, das den Zwölf-Stunden-Tag bzw. die 60-Stunden-Woche brachte – ohne dass die entsprechende Arbeitszeit in Kollektivverträgen verankert sein muss.
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