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Nach dem sogenannten „Anschluss“ an das Deutsche Reich im März 1938 trat neben einer Vielzahl von NS-Gesetzen auch das Gesetz „zur Ordnung der nationalen Arbeit“ in Kraft. Es ersetzte das Kollektivvertragsgesetz durch das deutsche Tarifvertragsrecht. Der Reichstreuhänder legte von nun an die Arbeitsmindestbedingungen fest und seine Entscheidungen waren unanfechtbar. In den Unternehmen verfügten „Betriebsführer“ Arbeitsordnungen.

Sofort nach der Gründung des überparteilichen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) am 15. April 1945 und nach Kriegsende am 8. Mai 1945 begannen Kollektivvertragsverhandlungen. Es wurden provisorische Übereinkommen abgeschlossen oder vereinbart, dass die NS-Löhne weiter gelten. Erst mit der Verabschiedung des Kollektivvertragsgesetzes im Jahr 1947 standen die Ergebnisse wieder auf rechtlichen Füßen.