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Die ersten Kollektivverträge beinhalteten meist Löhne, Gehälter und Arbeitszeiten, später kamen Überstundenzuschläge und das Urlaubs- und Weihnachtsgeld und eine Vielzahl von Regelungen hinzu. Die Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft ist nicht in Kollektivverträgen geregelt. Aber bevor das Betriebsrätegesetz im Jahr 1919 in Kraft trat, gab es durchaus Klauseln in den Vereinbarungen, die besagten, dass die ArbeitgeberInnen die gewählten Vertrauenspersonen anerkennen müssen und dass niemand wegen der Mitgliedschaft in Gewerkschaften oder Fachvereinen gekündigt werden darf.

Bis ins Jahr 1934 galten Kollektivverträge oft nur für die Mitglieder der vertragsschließenden Gewerkschaften. Dies änderte sich im Austrofaschismus. Der Kanzlerdiktator Engelbert Dollfuß verbot die freien Gewerkschaften und ordnete die Gründung einer ständestaatlichen Einheitsgewerkschaft (EG) an. Von nun an übernahmen „von oben“ bestellte, statt von ArbeitnehmerInnen gewählte, Obmänner die Kollektivvertragsverhandlungen. Sie stimmten zahlreichen Verschlechterungen zu. Da die Mitgliederzahl in der Einheitsgewerkschaft nicht sehr hoch war, entschied man, dass die Kollektivverträge auch für Nicht-Mitglieder galten.