Mehr Information

Im Revolutionsjahr 1848 schlossen die Gehilfen mit dem Buchdruckergremium eine Übereinkunft betreffend Arbeitszeitverkürzung, Lohnerhöhung, arbeitsfreie Feier- und Sonntage sowie die Abschaffung der weiblichen Arbeiter bei den Maschinen und Manipulationen ab. Mit der Niederschlagung der Revolution verschwand auch die Übereinkunft, nicht aber die Idee zu kollektiven Arbeitsverträgen.

Im Jahr 1868 gab es in Wien eine Tarifvereinbarung, die aber nicht eingehalten wurde, auch ein Streik im Jahr 1870 konnte dies nicht ändern. Erst die Unterzeichnung des „Weltausstellungstarifs“ am 7. April 1873 brachte erhebliche Verbesserungen. Man wollte sicherstellen, dass die Buchdrucker bereit waren, ob des erhöhten Bedarfs während der Weltausstellung nicht zu streiken. Der Tarif hielt allerdings nur bis zum 9. Mai 1873 – dem Schwarzen Freitag an der Wiener Börse.

Bis ins Jahr 1887 gab es immer wieder Streiks sowie Abschlüsse in Wien und auch in Linz. Im Jahr 1888 machten die Arbeitgeber den Vorschlag, einen einheitlichen Normallohntarif nach deutschem Vorbild auszuarbeiten. Die Gehilfen waren prinzipiell dafür, die Arbeitgeber erhofften sich jedoch dadurch Lohnreduzierungen.

Also erarbeiteten die Gehilfen einen Gegenvorschlag, diskutierten diesen mit Kollegen in ganz Österreich und übergaben ihn den ArbeitgeberInnen. Es folgten unzählige Versammlungen, Besprechungen und Verhandlungen, bis schließlich im November 1895 der erste österreichweit gültige Normaltarifvertrag abgeschlossen werden konnte.

Gültig von 1. Jänner 1896 bis 31. Dezember 1899, beinhaltete der Vertrag auch die neunstündige Tagesarbeitszeit, sechs Lohnklassen, und Frauen, die als Setzerinnen arbeiten, sollten den gleichen Lohn erhalten wie ihre Kollegen.